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5 Dinge, die dir dabei helfen (eine Zeit lang), auf Zucker zu verzichten

In dem Artikel „Weg von süß“ hatte ich bereits davon berichtet, dass für mich der Verzicht auf Zucker der Einstieg in eine völlig neue Lebensweise war. Dieser erste Schritt war gleichzeitig auch der Schwierigste. Ich sage dir, danach war alles geradezu ein Kinderspiel. Ich möchte also nichts beschönigen, denn der Verzicht auf Zucker war ein drastischer Einschnitt in meine Essgewohnheiten, denn ich war es gewohnt, Süßigkeiten, Gebäck und Desserts regelmäßig zu essen.

Die Wirkung jedoch war enorm! Deshalb lohnt es sich für dich so ungemein, die ersten Hindernisse zu meistern und deine Widerstände zu überwinden. Der Verzicht auf Süßes hat die Dinge irgendwie ins richtige Maß gerückt, ins richtige Verhältnis gesetzt – quasi von der Maßlosigkeit zur Genussfähigkeit. Es hat mir geholfen, mit meiner innerlichen Gier umzugehen und zu lernen, mit weniger auszukommen. Außerdem konnte ich sehr gut wahrnehmen, dass der süße Geschmack im Alltag eine schnelle Strategie war, um mich in vielen Situationen ruhig zu stellen. Indem ich den Zucker wegließ, kamen viele Emotionen an die Oberfläche, die ich nun entweder aushalten oder auf andere Art lösen musste. Ganz nach dem Motto: „Leave it, love it oder change it!“

Eine große Hilfe war, dass ich  zeitgleich meinen Job gewechselt hatte. Das war insofern hilfreich, weil es noch keinen eingespielten Alltag gab, mit festen Ritualen, so dass ich in meinem neuen Tagesablauf  mein Ernährungsexperiment gleich  mit berücksichtigte. Und meine neuen Kolleginnen und Kollegen kannten mich nur als die, die keinen Zucker isst….

Ich habe mir im Nachhinein darüber Gedanken gemacht, welche Faktoren wohl dazu beigetragen haben, dass ich meinen Plan wirklich erfolgreich umsetzen konnte.

Im Folgenden findest du 5 Dinge, die mir dabei insbesondere am Anfang sehr geholfen haben:

  1. Mache einen Plan und lege dich fest
    Es geht zu Beginn überhaupt nicht darum, dass du dir vornimmst, FÜR IMMER auf Zucker zu verzichten. Wenn du von dir erwartest, dich von heute auf morgen von allem zu verabschieden, was du z.Zt. vermutlich täglich genießt, dann ist das eine viel zu große Herausforderung. Von 100 auf 0 ist da wenig sinnvoll. Betrachte das Ganze eher als ein Experiment, bei dem du erforschen willst, wie du darauf reagierst und wie es dir bekommt. Setz dich also nicht unnötig unter Druck. Stattdessen schlage ich dir Folgendes vor:
    Überlege dir, wie lange du auf Zucker verzichten willst. Zwei Wochen? Vier oder 8? Zwei Woche sollten es meiner Meinung nach jedoch mindestens sein, damit sich die positiven Effekte voll entfalten können und du sie zu spüren bekommst. Trage den Zeitpunkt für deinen Beginn und das Ende deiner zuckerfreien Zeit in deinen Terminkalender ein- und dann bleibe dabei! Verabrede mit dir, innerhalb dieser Zeit auf jegliche Art von Zucker zu verzichten, und zwar weil es dein eigener Wille ist. D.h. keine Süßigkeiten, nix mit Honig, Fruchtzucker, Glukose, Süßstoffen, Agavendicksaft…es geht darum, dich vom zuckrigen Süßgeschmack zu entwöhnen und deine Geschmacksnerven zu regenerieren. Wie bereits im Blogartikel „Weg von süß“ beschrieben, wirst du sehr bald feststellen, dass viele Dinge von Natur aus süß schmecken. Ich überlasse es dir, wie weit du mit deinem Zuckerverzicht gehen willst, also ob du tatsächlich jeden Frischkäse, jedes Salatdressing und jede Wurst meiden willst, wo die Packung verrät, dass dort Zucker enthalten ist. Entscheide du.
  2. Fange am Wochenende an…oder dann, wenn du mindestens ein bis zwei Tage frei hast. Ich will es nicht beschönigen: die ersten zwei Tage können ziemlich hart sein.Und zwar desto mehr, je größer dein Zuckerkonsum war. Spätestens am zweiten Tag geht der Körper auf Entzug. Es kann zu Kopfschmerzen und weiteren körperlichen Reaktionen kommen. Lass dich davon nicht beirren! Es kommt dabei auf deine Einstellung an, wie du dem begegnen willst. Betrachte diese Anzeichen aus dem Blickwinkel, dass du auf dem richtigen Weg bist und die Dinge anfangen, sich zu verändern. Um diese Reinigungsprozesse zu unterstützen, trinke viel frisches Wasser, egal ob mit Kohlensäure oder ohne. Habe immer eine Flasche Wasser dabe
  3. Nimm dir Zeit für die Zubereitung deiner MahlzeitenKochen ist Meditation! Slow food ist nun angesagt. Überlege dir, was du dir aus frischen, natürlichen Zutaten zubereiten möchtest. Plane deine Mahlzeiten bewusst und, ganz wichtig: iss nur Dinge, die du 100%ig magst. Alles, was du ab jetzt zu dir nimmst, soll von hoher Qualität sein und für dich ein Genuss. Gib dich nicht mit weniger zufrieden! Ich habe in dieser Zeit z.B. meine Vorliebe für overnight oats entdeckt, gesüßt mit Mango oder Apfelmark, was ich oft zum Frühstück gegessen habe oder Salat im Glas, ebenfalls eine super Sache, um unterwegs eine leckere Mahlzeit dabei zu haben
  4. Iss Obst in Maßen, wenn du Lust auf Süßes hast
    Es wird ja oftmals geraten, dass man viel Obst essen soll, wegen der Viamine und weil es ja generell so gesund sei…Jedoch gebe ich hier zu bedenken, dass die hochgezüchteten Obstsorten, wie z.B. extra Sweet Ananas, kernlose Weintrauben und Wassermelonen mittlerweile unnatürlich viel Zucker enthalten, so dass du mit viel Obst nicht den Effekt erreichst, um den es hier geht. Denn Fruchtzucker ist letztendlich auch Zucker. Ich esse mittlerweile nur noch wenig Obst, weil ich die Vorzüge eines konstanten Blutzuckerspiegels genieße. (s. dazu auch den Artikel vom „Zentrum der Gesundheit“) Trotzdem empfehle ich dir, Obst zu essen, wenn dich die Lust auf Süßigkeiten überkommt. Denn du sollst dich nicht überfordern. Wenn du es schaffst, auf Zucker zu verzichten, ist das der Schritt, der momentan im Vordergrund steht. Ich habe z.B. auch Kuchen gebacken oder Süßigkeiten zubereitet, die mit Datteln, Bananen oder anderen Trockenfrüchten gesüßt waren, um an dieser Stell gute Alternativen zur Verfügung zu haben. Die Paleo Ernährung liefert hier ebenfalls tolle Rezepte. Und im Blog This Rawsome Vegan Life findest du auch weniger süße Delikatessen
  5. Schreibe darüber
    Ich empfehle dir, deine Erfahrungen aufzuschreiben, denn es wird sich vieles verändern. Schreiben ist auch das perfekte Mittel, wenn es dir nicht gut geht und du mit Entzugserscheinungen, sowohl körperlicher als auch psychischer Art, zu kämpfen hast. Mehr dazu findest du hier. Mach es dir gemütlich, koche dir einen Tee und nimm dein Tagebuch zur Hand. Was auch Sinn macht, ist rauszugehen, deine Wohnung zu verlassen und dir einen guten Ort zum Schreiben zu suchen, wo du dich ungestört fühlst, z.B. dein Lieblingscafé.

Freu dich über jeden Tag, den du es geschafft hast, dein Experiment umzusetzen. Sei stolz auf dich und genieße dein neues Lebensgefühl! Und wenn du den Zeitpunkt für das Ende der zuckerfreien Zeit erreicht hast, dann ziehe Resumée: wie war es, was hat sich verändert? Was waren die positiven Effekte, was ist dir schwergefallen? Und zum Schluss die entscheidende Frage, wie willst du jetzt weitermachen?

Mich interessiert sehr, ob du dich auf das Experiment eingelassen hast, auf Zucker zu verzichten und ob sich durch diese Erfahrung etwas für dich verändert hat. Ich freue mich, wenn du mir einen Kommentar dazu schreibst.

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